Mandira Nabula
 



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Ungewissheit

Ich weiß nicht, wie es weiter gehen soll.
Das beschäftigt mich.
Ich weiß, was morgen, nächste Woche, in den Herbstferien wird, ... Aber so generell...
Die Therapie bringt nichts. Sie weiß nicht, wie sie mir helfen kann und ich auch nicht. Was eigentlich nicht so schlimm ist, wie es klingt - im Gegenteil. Es gibt einfach nichts zu tun. Ich komme klar, wie es ist. Es ist zeitweise anstrengend und schwierig, aber alles schaffe ich. Und vieles wird sich die nächsten Jahre noch legen und einpendeln... So ziemlich alle äußerlichen Probleme. Das braucht eben nur etwas Zeit. Und ich komme klar und es ist okay so, wie es ist.
Nur die wöchentlichen Therapiestunden sind so extrem anstrengend, weil ich nichts zu erzählen habe. Klar, ich erzähle ein paar Nebensächlichkeiten aus dem Alltag. Sie hört zu, stellt manchmal Fragen dazu... Aber nichts, was ein guter Freund nicht (sogar besser?) auch könnte. Ihre Worte... Die ganze Woche über versuche ich Dinge zu sammeln, die ich dann erzählen kann. Das ist anstrengend. (ich muss die Woche über das Gleiche ja auch für Sonnenschein machen, um es seiner Thera zu erzählen). Und es nimmt mir die Zeit, mich um Dinge zu kümmern, die wichtiger und konstruktiver für den Moment wären.
Ich weiß wirklich nicht, wie lange wir diesen Smalltalk noch beibehalten werden (und ich die Sorgen vor genau diesem Termin).Ein Abbruch wäre das Sinnvollste.

Aber dann bedrängt mich das JC gleich wieder.
Das, was die wollen, kann ich einfach nicht leisten.
Allerdings wissen die ja auch nur einen Bruchteil von mir.
Ich finde, es geht sie im Grunde auch nichts an...
Und trotzdem werden sie mich nicht einfach in Ruhe lassen.
Außer...
...
Außer ich wäre schwanger.
Dann wäre ich 3 Jahre und 9 Monate geschützt.
Das ist eine lange Zeit.
In dieser Zeit könnte ich gesünder werden.
Ich wurde damals, mit Sonnenschein schon viel gesünder und da waren die Rahmenbedingungen ziemlich katastrophal.
Jetzt sind die Rahmenbedingungen wirklich super.
Man könnte die Zeit so sehr nutzen und genießen. Die alten Laster ablegen oder wenigstens für 9 Monate unterbrechen (ich wäre wirklich gespannt auf eine drogenfreie Zeit, mir fehlt bis jetzt nur absolut der Grund dafür)... Ich könnte essen, was ich wöllte, gesunde Sachen natürlich vorrangig, und der Magersucht in den Hintern treten... Ich esse ja nicht für mich,. sondern für..
Der Umzug in eine größere Wohnung mit Balkon wäre gerechtfertigt... Und nach den 3,5 Jahren bin ich ja dann vielleicht wirklich so stabil, dass ich im Stande wäre, zu arbeiten?
Natürlich wäre es auch manchmal anstrengend und beängstigend. Aber allein die Tatsache, dass ich bereit bin, nochmal eine Geburt durchzumachen und eine Schwangerschaft, nachdem ich bei der 1. ununterbrochen bis in den Kreissaal kotzen musste, macht es das nicht deutlich, wie stark mein Wunsch ist?

Ich will eine Antwort. Und aus Träumen Pläne machen.
Aber ich will auch keine Antwort. Aus angst, dass sie mir nicht gefällt. Dass dann die Träume platzen. Also frage ich lieber nicht. Nur manchmal ertrage ich auch die Ungewissheit nicht. Dann denke ich, es wäre besser, ein deutliches "nein" zu hören, damit ich mich nicht erst so sehr in die Träume verrenne, und es umso mehr weh tun würde, sie doch aufgeben zu müssen.

Mandira am 15.9.16 20:20


So...

...und nun?

Meine Therapeutin kann mir nicht wirklich helfen.
Sie ist wirklich schlau und hat Ahnung von ihrem Beruf.
Aber sie kann nichts tun.
Weil nichts zu tun ist.

Ich komm klar.
Ich komme sogar erstaunlich gut klar.
Sie wirkt davon beeindruckt.
Kann mir aber nicht richtig helfen, weil ich nicht weiß, wo ich Hilfe brauche.

Sie sagt, ich habe eine Mauer um mich und mein Inneres gebaut. Sie schützt mich. Es wäre unsinnig, sie einzureißen.
Ich versuche immer wieder Therapien, aber ich vertraue den Therapeuten nicht. Ich vertraue nicht darauf, dass mir irgendjemand helfen kann, weil sowieso niemand eine Ahnung hat, ich vielleicht auch nicht.
Aber das ist nichts schlechtes. Im Gegenteil. Sie betont immer wieder, wie bemerkenswert, sie meine Geschichte und mein jetziges tun empfindet...

Ich finde auch... ich habe mich weiter entwickelt. Gefestigt, Ich fühle mich jetzt älter, ein Stück erwachsener. Ich kann Termine wahrnehmen. Mittlerweile sind manche Termine sogar... erlösend. Ich fühle mich in meiner Mutterrolle gefestigter, ich schaffe es, mein Kind zu versorgen. Das ist es, was ich bin, was ich brauche. Ich möchte sorgen, mich kümmern, Gefühle fühlen, nett sein und helfen. Gutes (er)schaffen. 

Es gibt keine Probleme, Traurigkeiten, bei denen sie mir helfen könnte. Meine einzigen Probleme momentan sind nur "Arschloch" (was sich aber mit der Zeit sicher legen wird, wenn ich so weiter verfahre) und mein unerfüllter Kinderwunsch. Generell auch die Ungewissheit. Die Therapeutin fragte, was denn mein Freund dazu sagen würde... Ich weiß es nicht?! Sie lacht nur... Seinen generellen Standpunkt erklärt, den man ja auch nachvollziehen kann... Meine Wünsche erklärt, die sie auch nachvollziehen kann (Erfüllung)... Sie hat nichts dazu gesagt. Was auch? Kann sie nicht. Kann nur einer... aber ich trau mich nicht (nochmal) zu fragen. Ich habe angst, dass er sich gedrängt fühlt und eine vorschnelle (negative) Entscheidung trifft.
Ich habe generell angst, vor dem "nein".
Das kann es einfach noch nicht gewesen sein...
Dennoch habe ich keine Wahl, als zu akzeptieren, er ist mir eindeutig wichtiger.
Aber hm! :/
Ich habe bald schon wieder Geburtstag... 29 ist verdächtig nah an 30...

Mandira am 9.9.16 20:41


Hmn...

Therapie.

Ist echt gut. Wenn auch unnötig. Ich habe ihr erzählt, dass ich vom JC quasi gezwungen werde. Findet sie auch blöd. Also wollen wir die Zeit so unbeschwert, wie möglich, hinter uns bringen und schauen, was man evtl. noch rausholen kann.
Bisherige Erkenntnisse: Ich schaffe viel, was bemerkenswert mit meiner Geschichte ist. Ich schaffe alles, was ich mir vornehme, ich kämpfe mich durch... Ich habe -stärken im Bereich der Organisation, Auffassungsgabe, Einfühlungsvermögen... vieles nur möglich durch Dissoziation von Gefühls- und Vergangenheitsebenen... Ich bin bescheiden, ich habe alles für mein Glück da. Bis auf eins.
Das fehlende Kind. Schwangerschafts- und Kinderwunsch. "Was sagt denn ihr Partner dazu?" -"Weiß ich nicht...?" :-/ Umstände erklärt... drum herum... Man will ja nicht drängen, Druck ausüben, ... Aber Tränen muss man verkneifen. Stark dem Sonnenschein erklären, weshalb ein Geschwisterchen unnötig wäre... Schwindeln. Die Eifersucht auf die schwangere Freundin aushalten... Die ewig unterdrückte Frage weiter verdrängen: Wann? Ob überhaupt?...
Was, wenn nie? Kann man sich damit abfinden? Muss man ja?!
Hmn...

Beratungsstelle.

Sie weiß nicht von der DIS. Dennoch gelingt es mir, meine Fragen diesbezüglich zu klären. Ich rede von der Gefühls-/ kindlichen Ebene und der sachlichen/Erwachsenenebene.
Sie raten mir zu zweitem. Dem werde ich folgen. Es fällt mir nicht schwer, das zu trennen. Ich wusste nur nicht, wer recht hat.

Es scheint plausibel. Und konstruktiv. Ja, wirklich, es kann uns nur weiter bringen - egal in welche Richtung. Wenn er es gut macht, ist Sonnenschein glücklich und ich beruhigt. Wenn er es verkackt, lernt Sonnenschein seinen wahren Papa kennen, idealisiert ihn nicht mehr so, ... Ich bin in jedem Fall nicht weiter die Böse, die die N ächte verwehrt...
Ich würde so gern irgendwem von den Drogen erzählen, aber das geht nicht.
Hmn.

Mandira am 30.8.16 20:53


Ausnahme

Gestern war schrecklich.
Alle Befürchtungen haben sich bestätigt und es kam, kurz davor, zum Totalausfall.

Es war wieder dieser typische Trigger. Ga nicht die Tatsache, dass er da ist, sondern viel mehr, dass er kommt.
Diese Sekunden vor dem "Knall".
Immer gleich... Man hört die Schritte, das Klopfen, das Klingeln, das Atmen, den Puls,... Und er kommt... und es wird schlimm... die angst unerträglich. Nur durch die Tatsache, dass er sich nähert.
Was passiert, weiß man nicht, aber man muss mit dem Schlimmsten rechnen: Schmerz, Grausamkeit, Angst.
Dieser Trigger zieht sich wie ein Faden durch alle Täterkonfrontationen.
Es ist wie sterben.
...

Und dann war er da.
Und ich weg.
Nur Bruchstücke... Alles dreht sich und zittert, nichts gehört mir und alles ist fremd.
Menschen. Was tu ich hier? Wo bin ich? Wer fasst mich da an?
Man hört Worte, aber kann deren Bedeutung nicht begreifen.
Man sieht Gesichter, aber erkennt sie nicht.
Man versteht den Aufruhr nicht.

Erst mit der Zeit kommt das Begreifen. Aus der fremden Frau wird meine Betreuerin, ich erkenne endlich ihr Gesicht wieder. Herz da. Noch mehr Menschen. Und er. Arschloch.

Ich weiß wieder, was los ist. Weiß wieder, welche Aufgabe ich zu erfüllen habe.
Die Innenwelt drückt. Ich gebe kurz dem Impuls nach, mich erinnern zu wollen, was gerade los war, zu sortieren.
Und da ist sie. Weint. Hat angst und ist traurig. Und noch mehr...
Und sofort verschwinde ich wieder im Raum.
Ich kämpfe dagegen an. Nicht jetzt. Okay. Nicht nachdenken. Nur Aufgabe erledigen:
Hinsetzen, zuhören, souverän wirken. Versuchen, die Worte zu speichern, so gut es geht. Und im richtigen Moment ansprechbereit sein.
Und bloß nicht nach innen denken!
Mauern oben lassen.
Verdrängen.
Sonst wäre ich nicht einsatzfähig.
Termin souverän überstehen und nicht darüber nachdenken, was dieses Arschloch, 2 Stühle weiter, in der Vergangenheit so angestellt hat.
Nicht an Mauern kratzen, ausweichen, vermeiden.

 

Es ist doof.
Die ganze Zeit im Hinterkopf, die Therapie wird mich zwingen wollen, hinzusehen. Mich mit ihr und ihnen und den Vergangenheiten auseinanderzusetzen. Ihre Vergangenheiten, als meine akzeptieren, ...

Aber was dann?
Wie soll ich mit o.g. Situationen fertig werden, ohne nötige Dissoziation?
Ja, es tut mir leid für sie, dass sie so traurig und ängstlich ist, aber würde sie mir näher stehen, könnte ich in gefährlichen Situationen nicht mehr weit genug weg?! Was, wenn sie sich an mir festhält? Da bleibt? Mich nicht meine Aufgabe(n) tun lässt?

Dieser Ausfall vor all den Menschen, war schon peinlich genug.
Und er hat es sicher auch mitbekommen, wenn auch (hoffentlich) nicht life.
Aber nun weiß er, dass ich immernoch schwach bin.
Und er triumphiert...
Ich wollte nie wieder, dass er mich so schwach erlebt.
Jetzt fühlt er sich wieder umso stärker.

Mandira am 28.7.16 23:32


Multiple Persönlichkeit / Dissoziative Identitätsstörung

Ich bin verwirrt.
Okay, 8 Jahre Abstinenz von Selbsthilfeforen jeglicher Art mögen schon eine lange Zeit sein... Aber dass es so gar keine Foren mehr zum Thema DIS/MPS gibt, verwundert mich doch sehr.
Vor 8 Jahren gab es so unendlich viele... Paar Größere mit mehr oder weniger schlechtem Ruf...Das Eine gar nicht mehr zu finden, das Andere nur noch rar besucht... und sonst nix o.O
Früher hab ich es nicht mehr ausgehalten... Dieses ewige Gejammere, Sebstmitleid, Opferrollen... Die einzige Antwort auf nahezu alle Fragen: "Sprich mit deiner Therapeutin darüber!"
Ich hab für mich etwas passenderes gefunden gehabt.
Jetzt könnte aber so ein Selbsthilfeforum wieder eine Bereicherung sein. Gerade nach dem Austausch mit anderen Betroffenen sehne ich mich. Normale Menschen sind toll und ich wäre auch gerne, wie sie. Aber so bleibt ein großer Teil von mir immer allein. Ich fühle mich teilweise so unverstanden, weil nur andere Betroffene wissen können, wie ich Dinge meine.
Ich kann meine Empfindungen so schwer in Worte fassen. Andere können das. Wenn ich ihre Texte lese, würde ich am liebsten durchgängig mit dem Kopf nicken und ich fühle mich endlich verstanden.
Ich hasse es oft, multipel zu sein. Aber so sehr ich es auch verdränge und vorspiele, ein gesunder Mensch zu sein, umso mehr vernichte ich Chancen auf Hilfe.
Immer wieder muss ich vorspielen, dass alles gut ist. Dass ich nichts vergesse, funktioniere, Termine wahrnehme, zuverlässig, verständnisvoll, geduldig, stark, ... bin. Und immer wieder frage ich mich, warum niemand mein Leid wahrnimmt, meine Zerrissenheit, meine Ängste, mein Misstrauen, meine Unfähigkeit, meine Schwäche...
Ich arbeite gegen mich selbst. Ich brauch Vertrauen. Und das Gefühl, kein Alien zu sein... dass es andere gibt.

Aber wo sind die ganzen Selbsthilfeforen hin?! Die, wo reger Austausch stattfindet? Von Facebook verdrängt?

#mps #dis #trauma #sinnlos

Mandira am 16.7.16 20:50


Zwischenbericht

Einfach mal wieder ableegen.
Eigentlich könnte ich das Ganze viel mehr strukturieren. Andererseits lohnt es sich vielleicht immernoch nicht. Mal abwarten.

Eigentlich wollte ich auch die Ferien sehr viel strukturierter angehen. Aber kurz davor war es einfach nur noch ein Dauerlauf. Das Ziel in Sicht, noch ein ewig langer Weg zu laufen, die Kondition schwindet... Aber das Ziel rückt näher. Und dann ist alles fein. Ferien.

Und nun? Ferien da. Alles ungeplant und in den Tag hinein. Ich habe das Gefühl, nicht voran zu kommen und die Zeit läuft. Wie soll das denn erst weiter gehen, wenn die Schulzeit und der Alltagstrott wieder heran tritt?! Wenn ich jetzt schon nichts schaffe?

Also heute mal einen weitestgehend produktiven Tag verbracht und Termine ausgemacht.
Sonnenschein will Karate lernen. Würde ihm gut tun, bestätigt auch seine Thera.
Meine Thera kann nun auch endlich anlaufen, da ich endlich eine HÄ gefunden habe. Freitag morgen Termin. Blöd!

 Ich komme immer noch nicht damit klar, dass ich eine Therapie machen soll.
Alle um mich herum idealisieren die Therapie. Das große Heilmittel. Die versteht dich. Wird alles besser so.
Nein.
Warum versteht niemand, dass das so einfach nicht funktioniert? Dass es mich enorme Anstrengungen kostet, dahin zu gehen und dann auch noch über so persönliche Sachen zu sprechen. Ehrlich sein, nicht verstecken. Und das quasi auf Knopfdruck.
Ist euch nicht klar, dass ich all meine vorhandene Energie benötige, um den Alltag zu bestreiten? Um diesen endlosen Rosenkrieg zu führen? Um mich um mein Sonnenschein zu kümmern? Und dann noch "normal" funktionieren. Haushalt, Tiere, eigene Pflege, ...

Ich schaff das nicht!?!
Immer wieder komme ich auf das Ergebnis, dass Therapie immernoch nicht passt. Viel zu viel im Außen zu tun, um mich auch noch um das Innere zu kümmern.
Wenn ich im Außen gut funktionieren will, ist es unumgänglich, das Innere auszublenden. Aber das geht nicht mit der Therapie. Mit dieser Frau, die ständig nachfragt, nachbohrt... über so Dinge, die ich normalerweise einfach ausblende. Aber sie zwingt mich hinzusehen und wahrzunehmen. Das will ich aber gar nicht.

Es zerreißt mich. Ich könnte so schön leben, wenn nicht diese Bürokratie wäre, die mich zu gewissen Dingen zwingen würde. Wenn nicht Arschloch wäre, und ich nicht gezwungen wäre, die nächsten 10 Jahre noch Kontakt zu ihm zu halten...
Es ist unfair.
Ich wünschte, es wäre damals jemand zu mir gekommen, und hätte mich über all die Dinge aufgeklärt. Mit einer vernünftigen Mutter wäre mir das nicht passiert, denk ich mir, und das macht mich wieder wütend.
Ich habe wirklich keine Lust auf ein 'Mimimi-Leben' oder eine Opferhaltung. Trotzdem empfinde ich manchmal dieses blöde Gefühl, ungerecht behandelt worden zu sein, was nur allzu schnell zu den blöden 'warum (ich)?-Gedanken' führt...

Der Baby-Boom hat auch noch nicht nachgelassen.
Ich versuche mich manchmal, aus die Situation einzustellen, wenn mir jemand sein frisch geborenes Baby unter die Nase hält. Aber schon bei den Gedanken daran, breche ich immer noch in Tränen aus. Ich kann es immer noch nicht vermeiden. Ich hoffe wirklich, dass das in der Realität ausbleibt.
Selbst Babys in Straßenbahnen treiben mir die Tränen in die Augen.
Wie soll ich denn jemals richtig glücklich werden, wenn ich solchen utopischen Sehnsüchten hinterherrenne? Wieso kann ich nicht einfach zufrieden sein?

Herz - große Liebe, ganz sicher.
Alles schön. Sonnenschein hat letztens von uns als 'Eltern' erzählt. So schön. Ich habe nur immer noch manchmal angst, dass es irgendwann irgendwie wieder 'weg' sein könnte. Würde wohl alles tun, um mich näher zu binden... Wohnung, Heirat, Baby, egal... Hauptsache nie mehr ohne.

Mh.

 

Mandira am 12.7.16 21:58


Therapie usw

Ach man...
Ich hätte so gern eine Therapie einfach für mich allein. Wo ich über aktuelle Dinge reden kann, oder speziell an Dingen arbeiten kann, die mich weiter bringen.
Stattdessen hängen sich alle an irgendwelchen Fragen auf, über Dinge, die mich nicht interessieren (sondern sie selbst) und die mir nicht helfen, sondern mich handlungsunfähig machen...

Es ist für mich irrelevant, dass T. an Festen, auf Parties oder bei Besuch spaß hat... auch L.'s Ausfälle krieg ich hin... Meine Aufgaben, die ich zu erfüllen habe, sind nur mein Kind und "nicht auffallen". Und die letzte Aufgabe zwingt sie mich schon, über den Haufen zu schmeißen. Ich muss mir Gedanken über Dinge machen, über die es mir nicht bestimmt ist, nachzudenken. Ich soll denken, forschen; aber ich wehre doch immer nur ab... Soll mich mit den Abgründen meiner Selbst auseinandersetzen, muss doch aber schauen, dass ich im Hier und Jetzt überlebensfähig und verantwortlich bin... 

Sie hat ja auch interessante Ansätze, die zu stimmen scheinen. Laut ihrer Aussage, würde ich L. "nach Hause tragen können, wenn was passiert, und sie dann bei 'Herz' abliefern und trösten lassen, weil ich es noch(?) nicht schaffen würde, sie selbst zu trösten...". Das stimmt wohl. Ist mir so noch nie aufgefallen. Weil ich mir keine Gedanken darum mache. Und das passt so für mich. Das war ein nützlicher Hinweis, an was ich(/wir) arbeiten könnte, wenn ich Zeit habe, aber mehr auch nicht.
Im Gegenzug scheint sie so ein Wissen zu haben und trotzdem mir zu schaden.
Nach der letzten Stunde habe ich immerhin L. wegen IHR nach Hause getragen, nachdem sie mich einfach abgewiesen hatte, wegen fehlendem Konsiliarberichtes. Ich hatte es doch erklärt... und sie hatte beschwichtigt... Und nun so? Für L. nur eine Schlussfolgerung -> Sie mag uns nicht, wir sind schuld, die Welt geht unter (...) Und ich muss sie so heim bringen... Nicht losweinen. Keine Zeit verlieren...

Und T.? Alles egal... Hauptsache nicht über Drogen sprechen... Und generell Therapie? Wozu? Braucht sie nicht... Kann ich verstehen.

J. hat angst. Sie will nicht aus Versehen die "dunkle Tür" aufstoßen. Das passiert ihr manchmal aus Versehen.

Ich spüre auch die dunkle Tür. Die Therapeutin hat indirekt nach ihr gefragt, als sie fragte, ob es da "mehr" gibt, ich habe sie ihr verheimlicht. Ich weiß, dass es sie gibt. Ich will aber nicht wissen, was dahinter liegt. Ich kann mich damit nicht auseinander setzen. Ich denke, A. hat recht, wenn sie sagt, dass nicht jeder alles wissen muss (sollte). 

Ich wäre so gern einfach normal.
Mit einem schönen Familienleben.
Es ist schon schön so, wie es ist. Nur die Ruhe und die Routine fehlt, dann sind auch allgemein leichte schöne Dinge einfacher möglich. Ich freue mich auf die Sommerferien. Ich hoffe, es kehr Ruhe ein.

Mein Babywunsch weicht langsam der Vernunft.
Aber nur minimal. Die Zeit arbeitet gegen mich.
Es tut so weh, so viele Schwangere in meiner Umgebung zu sehen.
Und die kleinen süßen Babys und Kleinkinder...
Ich hätte so gern noch ein Kind...
Und ich bin immernoch neidisch auf das Gefühl, schwanger zu sein.
Ich war nie selbst schwanger.
Ich erinner mich nur an K's Erinnerungen.
Danke, Therapeutin, für diese zusätzlich quälende Einsicht... nicht.
(Wieder ein Beispiel dafür, dass es besser ist, sich nicht mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen, bzw. sich selbst zu viele Fragen zu stellen)

 

Mandira am 21.6.16 22:19


aktuell

AAAhhhh ich dreh durch.
Genau dieses Gefühl habe ich in letzter Zeit öfter.

Diese ganzen Termine, sie machen mich einfach fertig. Und immer mehr und mehr. Manchmal laufe ich nur noch ferngesteuert.

Und auch alles zwischendurch und überhaupt.

Sonnenschein.
Er kommt mit der Schule nich klar. Brauch Förderbedarf, ist unglücklich...
Therapiegespräche
Lehrergespräche
Anträge
Tests
...

Herz.
So aufopferungsvoll.
Ich will mich so gern revangieren. Liebe zeigen, spüren lassen. Zeigen: 'Schau: Mit dir geht es mir so viel besser!' Aber alle Energie verbraten...

Ich.
Therapie angefangen. So scheiße... Mein Plan geht nicht auf... Bin im Zwiespalt. Soll ich einfach eine Fake-Therapie durchführen? Dass alle zufrieden sind? Ohne, dass ich mein Inneres zeigen müsste?
Selbstschutz zu stark, ich kann ihn nicht einfallen lassen, nicht verraten...
Das bringt so aber alles nichts. Ich würde so gern drüber reden können, aber die Angst überwiegt immer. Jedes Mal nehme ich es mir vor, geb ihr manchmal kleine Zeichen... Aber klar aussprechen kann ich es nicht. Obwohl es so viele ihrer bisherigen Unstimmigkeiten klären würde...
Trotzdem hat sie mich insgesamt gut eingeschätzt bekommen... halt nur mich... Agoraphobie, soziale Phobie, allg. Angststörung... ja. Nur T.'s Verhalten passt da nicht dazu. Ich war so dumm, die Feste zu erwähnen, auf denen T. spaß hat und ihr die Menschen nichts ausmachen... Das passt aber nicht zu meinen Phobien... Tja, dumm gelaufen...
Ich nehme mir wieder vor, ihr nächste Stunde alles zu erzählen. Ob es klappt, weiß ich nicht. Es ist, als werde ich blockiert...

Mandira am 9.6.16 20:57


Luxusprobleme...

Ich habe nochmal nachgedacht. Mach ich ja ständig...
Wahrscheinlich ist es wirklich ein Luxusproblem. Mein starker Kinderwunsch.Vielleicht fühlt sich meine Seele in Sicherheit und kann jetzt persönlichen Bedürfnissen nachgehen, ohne ständig auf der Hut zu sein, etwas "falsch" zu machen und den nächsten körperlichen und seelischen Qualen ausgesetzt zu sein.
Ich fühl mich sicher. So allgemein. Diese ganzen Behörden-/Scheidungs-/Umgangs-/Therapie-Kram ausgenommen. Aber ich muss nicht mehr ständig um mein Leben fürchten und am Abgrund stehen und irgendwie überleben.

Ich habe Hausarbeit, Langeweile, Zettelkram, Schulwege, Chillen, Tiere zu versorgen, Mamakram, ... Alltagsdinge eben.

Und dazu gehört einfach unausweichlich noch ein 2. Sonnenscheinchen.

Am liebsten schon vorgestern. Egal, wohin ich schaue... Überall Babys Babys Babys... Und Kugelbäuche... Ich vermisse meinen Schwangerschaftsbauch so sehr. Das war die einzige Zeit in meinem Leben, in der ich mich wohl in meinem Körper gefühlt habe. Ich konnte essen, was ich wollte, wann ich wollte, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben...
Und nun sind da 2 Schwangerschaften sogar in relativ naher Umgebung... Ich kann mich wohl auch nicht ewig vor Begegnungen drücken... Ich hoffe, ich kann die "Fürfreude" gut genug rüberbringen ohne eifersüchtig zu wirken...

Ich weiß ja, dass von den äußeren Umständen ausgehend, wohl noch einiges dagegen spricht... Aber... den richtigen Zeipunkt gibt es sowieso nie. Und so unpassend das 1. Sonnenscheinchen war, ich habe es noch nie bereut, ihn um mich zu haben und ich würde immer für und um ihn kämpfen. Und man hat schließlich 9 Monate Zeit, sich darauf einzustellen. Und wenn man etwas will, dann klappt es sowieso nicht gleich... Also wäre die Wartezeit auch noch zu beachten...

Ach man... Ich wünschte, ich könnte es einfach abhaken. Oder die Gedanken um ein Jahr verschieben. Aber -wie gesagt- ich fühle mich nur noch mehr konfrontiert. Täglich, ständig. Ich dachte, allein dadurch, dass du darüber Bescheid weißt, würde sich das wieder legen. Erst recht, wenn du nicht 100%ig verneinst. Es hat auch geholfen! Ich habe mich besser gefühlt. Aber nur ein paar Tage. Dann ging das Darüber nachdenken wieder los... Und nun weißt du es zwar, aber ich weiß nicht, was danach passiert. Soll ich jetzt warten und darüber nicht mehr sprechen? Wie lange? Wirst du auf mich zukommen? Soll ich es irgendwann wieder ansprechen? Wann? Wie? Und dann?Wieder warten? Endresultat/Entgültige Entscheidung? Oder gibt es die schon?

Wenn ich so überlege, ich habe wohl nicht mal die Zwischenentscheidung verstanden. Nur warten. War da überhaupt eine Entscheidung? Kenntnisnahme? Oder warten wir bis X und dann triffst du eine Entscheidung? Schließt es aber nicht ganz aus? Oder noch nicht? Zukünftig vielleicht schon? Oder irgendwann definitiv ja? 

Ich hasse offene Fragen und abwarten. Aber ich will natürlich auch nicht drängeln ;-) (Ich weiß, liest sich anders, aber ich schreibe nur meine Gedanken zu dem Thema nieder und was mich beschäftigt, und das ist es nunmal...)

 

Mandira am 9.5.16 20:14


Manchmal...

... habe ich Lust darauf, mir die Haut aufzuschneiden.

Das letzte Mal ist schon ewig her. Es war nicht einmal ein bewusstes "letztes Mal", sondern ich hab es danach einfach sein gelassen... bis heute.
Ich denke, wenn ich es mir bewusst vorgenommen hätte, damit aufzuhören, hätte ich es sowieso nicht geschafft. Nicht schaffen gewollt. Ich bin zu trotzig, etwas sein zu lassen, wenn es von mir verlangt wird. Ich muss es gänzlich selbst wollen und mir dann auch nicht so viele Gedanken darüber machen.

Das letzte Mal ist schon ca. 4 Jahre her, glaube ich.
Ich vermisse es. Manchmal sehr. Manchmal so sehr, dass ich dann überlege, mir wieder Blut abzunehmen. Aber ich belasse es bei der Überlegung und der Vorstellung. Es wäre ja doch nicht gänzlich zufriedenstellend.

Das war für mich nur der perfekte Schnitt an der perfekten Stelle. Am besten an der Innenseite des Unterarms, längs, 10 cm lang und ca. 1,5-2 cm breit. Und langsam. Ich war nie der "hackertyp", 1x ratsch und gleich tief wie sonstwas... nee... immer ganz kontrolliert, Schnitt für Schnitt für Schnitt... Immer wieder die selbe Stelle. Zuerst die obersten Hautschichten und dann ins Fettgewebe. Ich bin immer erschrocken, wie schnell es doch dann letztendlich ging. Im Fettgewebe spürt man kaum etwas. Aber es sieht schon irgendwie eklig aus, diese vielen Kügelchen.
Dann war ich eigentlich immer zufrieden und habe die Wunde versorgt und das Blut beseitigt. Und den Nachschmerz genossen. Ich mochte das Pulsieren.
Ich habe mir immer mal gewünscht, eine Sehne freizulegen, aber ich hatte letztendlich doch zu viel angst, etwas kaputt zu machen oder eine Arterie zu treffen. Venen habe ich manchmal getroffen... Es pulsiertie schön heraus. Aber ich hätte keine Lust die Sauerei wegzumachen, die Arterienspritzspuren verursachen.

Wenn ich das gemacht habe, war ich immer so ruhig... Vor Beginn meist noch ganz zerrüttet und aufgelöst, durcheinander... dann währenddessen hochkonzentriert, ruhig, studierend... und danach irgendwie glücklich. Und hoffentlich auch stolz auf eine gute Arbeit...

 

Aber die Nachteile sind schon auch nicht zu verachten. Erstmal die wohl neugierigen Fragen Sonnenscheins und seine Besorgnis darüber... Inzwischen ist er in einem Altern, in dem er fragen würde, was der Verband da soll, wie ich mir weh getan hätte und warum... Ich würde darauf keine zufriedenstellende, kinderfreundliche Antwort finden. Also stell ich ihn nicht vor die Frage.

Und Herz. Ich glaube, es würde ihm weh tun(?) Keine Ahnung... Ich würde mich schuldig fühlen... hätte ein schlechtes Gewissen... (Was sich im Grude mit meiner eigentlichen Einstellung dazu beißt. Jeder sollte für sich und seinen Körper selbst verantwortlich sein und bestimmen dürfen... Ich habe doch auch kein Mitleid, wenn sich jemand ein Tattoo/Piercing sticht)

Und die eigenen Nachteile... Ich hasse es im Sommer auf meine Arme reduziert zu werden. Ich will nicht in Schubladen aufgrund meiner Arme gesteckt werden. Ich würde den ganzen Sommer am liebsten langärmlig rumlaufen, um meine Arme zu verstecken...
So, wie es jetzt ist, kann ich wenigstens sagen "Das war einmal... lange überwunden... Jugendsünden... bla" Aber wären da frische Wunden, dann würde ich definitiv abgestempelt werden. Und von öffentlichen Stellen nicht mehr für voll genommen werden. Das kann ich mir gerade nicht leisten...

Und trotzdem träum ich manchmal.

Mandira am 4.5.16 20:28


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